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  Die Geschichte
 
 

Vor etwa 80 Jahren gab es in Lilienthal einen ersten Spielmannszug, der von Friedel Kreiensiek aufgebaut und geführt wurde. Durch die Umstände des 2. Weltkriegs konnte dieser Zug aber nicht aufrecht erhalten werden.


1951-1960


Am 26. August 1951 wurde dann zum zweiten Mal ein Spielmannszug in Lilienthal gegründet. Im damaligen Hotel Kummer kamen junge Männer wie Hilmar Kohlmann, Heinrich Wehrkamp, Hans Jungeblut, Jürgen Wellbrock und Friedel Urbrock zusammen und hoben den heutigen Spielmannszug Lilienthal/Falkenberg e.V. von 1951 als Sparte des TV Lilienthal aus der Taufe. Angeführt von Hilmar Kohlmann als Stabführer war die Übungsbeteiligung sehr gut, so daß schon im Dezember 1951 der erste Auftritt anläßlich eines Stiftungsfestes des TVL bestritten werden konnte.
Die 50er Jahre schritten voran, und die ersten festen Einnahmen wurden durch die Schützenfeste in Lilienthal, Heidberg und später Borgfeld eingespielt. 1956 machten sich einige begeisterte Mitglieder daran, neben dem reinen Spielmanns- auch einen Fanfarenzug aufzubauen, und schon 1957 folgte der erste öffentliche Auftritt dieser neuen Abteilung. Das Hauptaugenmerk des Vereins lag aber weiterhin auf der Spielmannsmusik.


1961-1970
Im Jubiläumsjahr 1961 wurde zum ersten Mal an Nachwuchsförderung gedacht. Die Idee, jüngeren Menschen die Spielmannsmusik näher zu bringen, wurde sogleich in die Tat umgesetzt, und eine Jugendabteilung ins Leben gerufen. 1963 wurde diese Abteilung dann in den großen Zug übernommen. Ebenfalls in diesem Jahr besuchte der Verein zum ersten Mal einen Wettstreit, von dem man aus Osterholz-Scharmbeck mit einem 5. Preis heimkehrte.
Als Hilmar Kohlmann 1964 aus dem aktiven Vereinsleben ausschied und Ehrenstabführer wurde, übernahm Friedel Urbrock die Stabführung und das Amt des 1. Vorsitzenden.
Durch die zunehmende Anzahl von Auftritten des bisher reinen Männervereins, wollte man wieder einen 2. Zug aufbauen – so kam es, daß im selben Jahr ein reiner Mädchenzug realisiert wurde.
Anfangs gab es einige Schwierigkeiten, doch man ließ sich nicht entmutigen, und so entstand unter Tambourmajorin Wilma Drieling ein neues Aushängeschild des Vereins.
Auch bei den Männern tat sich etwas, 1965 in Hünfeld traten sie zum ersten Mal in richtiger Uniform auf.
Dem Auftritt bei Rudi Carell im Fernsehen (1967) und dem ersten eigenen Musikfest (1968) folgte ein Jahr später die erste Auslandsfahrt nach Siddeburen, Holland.
Das Jahrzehnt schloß mit dem Wechsel der Stabfürung im Mädchenzug von Wilma Drieling zu Elke Urbrock.


1971-1980


Das nächste Jahrzehnt begann mit dem zweiten Internationalen Musikfest in Lilienthal, das im Juni 1971 gefeiert wurde. Im Jahr 1973 besuchte der Spielmannszug die Bundesmusikkapelle Kramsach in Österreich.
Das Jahr 1976 stand ganz im Zeichen eines großen Musikfestes. Der Verein feierte sein 25jähriges Bestehen. An diesem 3. Musikfest, das auf dem Gelände der Schule am Konventshof stattfand, nahmen wieder zahlreiche Vereine aus dem In- und Ausland teil. Dieses war wohl das bisher schönste und größte Fest der Vereinsgeschichte. Als Höhepunkt wurde ein Großer Zapfenstreich mit dem Heeresmusikkorps 11 aus Bremen celebriert, und als Star gastierte Billy Mo in Lilienthal.
Bevor die 70er Jahre zu Ende gingen, fuhr der Verein nach Oxford/England und stattete dem befreundeten Musikkorps Sande einen Besuch in Norwegen ab.




1981-1990


Zum 30. Geburtstag 1981 feierten die Musiker zum ersten Mal ein internationales Musikfest im Schoofmoor.
Belgien hieß 1982 das Ziel der Lilienthaler. In Antwerpen nahm der Verein am Defilè teil und spielte auf dem Rathausplatz.
Nach 15 erfolgreichen Jahren an der Spitze des Mädchenzuges, gab Elke Ströh (geb. Urbrock) 1984 die Stabführung an Heike Kück weiter.
Im Jahre 1987 hatten Friedel Urbrock und Claus Ströh, der damals wie heute Jugendleiter war, einen Termin mit dem ehemaligen Gemeindedirektor Wilhelm Otten. Die Idee: Der Spielmannszug will ein eigenes Vereinsheim bauen. Nach einigen Schwierigkeiten wurde der Bauantrag vom Landkreis genehmigt.
Am 29. Oktober 1988 machten die Mitglieder dann den ersten Spatenstich für ihr eigenes Heim hinter dem Hallenbad im Schoofmoor.
Ebenfalls 1988 erweiterten die Musiker ihren Horizont, indem sie im Rahmen der Kulturveranstaltung „Prager Winter“ für fünf Tage in die Goldene Stadt und damit zum ersten Mal ins östliche Europa reisten.
„Lilienthaler Exportschlager wird 25“, hieß es 1989 anläßlich des Geburtstages des Mädchenzuges in der Wümme-Zeitung. Dieser besondere Anlaß wurde bei Kutscher Behrens gebührend gefeiert.


1991-2000


Pünktlich zum 40jährigen Bestehen des Spielmannszuges konnte 1991 das Vereinsheim eingeweiht werden. Nach zweieinhalbjähriger, fast ausschließlicher Eigenarbeit, konnten die Mitglieder das 5. Internationale Musikfest auch im eigenen Vereinsheim feiern.
Nachdem man 1992 nach Brünn in die Slowakei reiste, war der Spielmannszug 1993 der erste Gastgeber von Bezirksmeisterschaften im neu gegründeten Bezirksverein Hansa.
Als 1994 Friedel Urbrock nach über 30jährigem Wirken als erster Vorsitzender und Stabführer die Ämter an Frank Hartenberger bzw. Stefan Meyerdierks übergab und Ehrenvorsitzender wurde, konnte er auf eine sehr bewegte, aber vor allem erfolgreiche Zeit zurückblicken.
Zusammen mit diesem Wechsel wurden auch neue Wege in der Musik beschritten. Volker Ropella löste seinen Vater Harald (Soni) als musikalischer Leiter ab, nachdem er und Anja Uffelmann (heute Ropella) die „C-Lehrgänge“ besucht hatten und somit ausgebildete Orchesterleiter wurden. Seitdem finden zusätzlich zum normalen Übungsbetrieb regelmäßige Probenwochenenden in der Jugenherberge Zeven-Bademühlen statt.


Für den Mädchenzug war es 1995 nicht leicht. Aus Mitgliedermangel wurde er mit dem Jugendzug zusammengelegt und konnte erst zum Heidberger Schützenfest wieder auftreten.
1997 dagegen war ein erfolgreiches Jahr, zum ersten Mal überhaupt ging ein Landesmeistertitel nach Lilienthal. In der Startklasse „Spiel in kleinen Gruppen“ holte sich das Trio Stefan Meyerdierks, Maik Koch und Kai Widhalm den Titel.
Ebenso gelang dem Verein in diesem Jahr zum ersten Mal die Qualifikation zur Musikschau der Nationen. Um das zu erreichen, mußte sich der Spielmannszug allerdings zuvor bei den Offenen Bremer Meisterschaften im November durchsetzen.
Der Auftritt im Januar 1998 vor 7000 Zuschauern in der ausverkauften Bremer Stadthalle wurde dann für alle Mitglieder zu einem spektakulären Erlebnis.
Nicht um einen Pokal zu gewinnen, sondern um etwas Neues kennenzulernen, fuhren die Musiker zum Karneval nach Aschaffenburg. Der dortige Karnevalklub KAKADU hatte die Musiker von der Wörpe eingeladen, und es bildete sich schnell eine herzliche Freundschaft zwischen diesen Vereinen.
Einen Tiefpunkt der Vereinsgeschichte gab es im März 1998. Eines Nachts zündeten Einbrecher das Vereinsheim an und brannten es bis auf die Mauern nieder. Diese Nachricht sprach sich sehr schnell herum, und es erschien sogar ein Bericht in der Bild-Zeitung. In solch einer Situation konnte der Spielmannszug stolz auf seine Freunde sein. Als Beispiel für viele sei hier der Schützenverein Lilienthal genannt, der den Spielleuten sofort anbot, ihre wöchentlichen Proben in der Schützenhalle abhalten zu können. Die Mitglieder ließen sich durch den Verlust ihres Vereinsheimes jedoch nicht unterkriegen und begannen unter Leitung von Claus Ströh sofort mit den Planungen für den Wiederaufbau.
Im Herbst 1998 gab es dann wieder etwas zu feiern. Es gelang dem Jugend- und dem Stammzug, Niedersächsischer Landesmeister zu werden. Beide Züge siegten in der Marschklasse. Am 16. März 2000 starb unser Ehrenvorsitzender und langjähriger Stabführer Friedel Urbrock im Alter von 69 Jahren.



Heute


Heute besteht der Verein aus ca. 50 passiven und 90 aktiven Mitgliedern, die sich auf die drei Sparten Stammzug, Jugendzug und Altseniorenzug verteilen.
In diesem Jahr konzentrieren sich die Mitglieder des Spielmannszuges auf die Feierlichkeiten zum 50jährigen Jubiläum.
ABER – ganz nebenbei – glänzte der Verein im Januar bei der Musikschau der Nationen wieder mit einer neu einstudierten Show, musizierte im März bei den Bezirksmeisterschaften in Drochtersen und richtet am 11. November für den Bezirk Hansa die Niedersächsischen Landesmeisterschaften in der Stadthalle Bremen aus.

Zudem wurde den Lilienthaler Spielleuten eine ganz besondere Ehre zuteil:
Im Rahmen der Verleihung der ProMusica-Medaille, die von Bundespräsident Johannes Rau, an Musikvereine mit 100jähriger kultureller Tätigkeit vergeben wird, gab der Spielmannszug Lilienthal/Falkenberg als Repräsentant des Bundeslandes Niedersachsen ein Konzert in Wolfenbüttel.





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